
Drei Jahre lang hat Hannelore Eger-Shabani aus eigener Kraft versucht, wieder eine Arbeit zu finden – vergeblich. Schließlich nahm die 54-Jährige an dem GENERATION-GOLD-Projekt „Ja zu 50plus“ im Kreis Herford teil. Sie verbesserte ihre Bewerbungsstrategie, trat mit neuem Selbstbewusstsein auf und fand am Ende einen Arbeitgeber, der „Ja“ zu ihr sagte. Seit September arbeitet die gelernte Altenpflegerin in einer Senioreneinrichtung in Herford. Hannelore Eger-Shabani ist überzeugt: „Ohne die Unterstützung von GENERATION GOLD wäre ich heute nicht in Arbeit.“
„Als Hannelore Eger-Shabani zum Erstberatungsgespräch kam, wirkte sie sehr entmutigt“, erinnert sich Andrea Paul von der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA), die das Projekt in Kooperation mit Maßarbeit e.V. zusammen mit der ARGE Herford bis Dezember 2010 durchführt. Immer wieder gab es Absagen wegen des hohen Alters. Mit über 50 Jahren, diesen Eindruck hatte Hannelore Eger-Shabani, sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt gleich Null.
Doch es geht auch anders. Bei „Ja zu 50plus“ lernen die Teilnehmenden, aus dem vermeintlichen Nachteil Alter einen Pluspunkt zu machen. In der vierwöchigen Orientierungsphase analysieren sie ihre Stärken und Schwächen in einem Assessment-Center, können eine Typ- und Stilberatung nutzen, optimieren Bewerbungsunterlagen und trainieren Vorstellungsgespräche. „Die Projektmitarbeiterinnen informieren auch über offene Arbeitsplätze, helfen bei der aktiven Stellensuche und kommen mit zum Vorstellungsgespräch“, sagt Hannelore Eger-Shabani. Mit neuem Mut und vielen praktischen Tipps schaute sich die 54-Jährige erneut auf dem Arbeitsmarkt um – und bekam ein Praktikum im Marie-Schmalenbach-Haus, eine Senioreneinrichtung des Ev. Johanneswerks in Herford.
„Wir haben generell gute Erfahrungen mit älteren Mitarbeitern gemacht. Sie sind erfahren, bodenständig und in ihrer Persönlichkeit gefestigt“, betont Wohnbereichsleiterin Marion Bredenkötter. Im Praktikum können Bewerber und Arbeitgeber außerdem testen, ob beide Seiten zueinander passen. Bei Hannelore Eger-Shabani ist aus dem Praktikum inzwischen eine Teilzeitstelle geworden. Als so genannte Präsenzkraft betreut sie 10 demenzkranke Bewohner in einer Wohngemeinschaft, kocht Essen für die Gruppe, räumt Zimmer auf, wäscht die Bewohner und zieht sie an, nimmt sich Zeit für ein Gespräch. Eine Aufgabe, die der 54-Jährigen entgegen kommt. Die Tätigkeit ist körperlich weniger anstrengend als die Schwerstpflege, die Hannelore Eger-Shabani aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr ausüben kann. Genau der passende Job also für die Altenpflegerin, allerdings gab es da noch ein Problem . . .
Hannelore Eger-Shabani wohnt in Enger und hat kein Auto, auch Bus und Bahn sind angesichts wechselnder Früh- und Spätschichten keine Lösung. Hier hat die ARGE unbürokratisch geholfen und im Rahmen des Generation-Gold-Projektes eine Mobilitätshilfe gewährt. Hannelore Eger-Shabani konnte sich so einen Roller leasen und erreicht jetzt pünktlich ihren Arbeitsplatz.
Gesundheitliche Einschränkung und mangelnde Mobilität – „das sind bei ganz vielen Älteren Hemmnisse bei der Arbeitssuche“, sagt Claudia Schmidt vom Verein Maßarbeit. Bei „Ja zu 50plus“ suchen die Jobcoachs praktikable Lösungen, damit diese Hindernisse nicht den Wiedereinstieg in den Job verhindern. Denn eine Arbeit zu haben, bekräftigt Hannelore Eger-Shabani, das ist wichtig. Ohne Arbeit hat sie sich nutzlos gefühlt. „Jetzt gehöre ich endlich wieder dazu.“
Bei „Ja zu 50plus“ können sich Langzeitarbeitslose ab 50 Jahren bewerben. Die Teilnehmer werden über einen Zeitraum von sechs Monaten beraten. Weitere Infos unter Tel. 05221 – 17500.